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Die Artenvielfalt der Meere

Warum Diversität für das Ökosystem Meer wichtig ist

Die Artenvielfalt im Meer ist essenziell für die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts. Jede Art in den Ozeanen spielt eine wichtige Rolle in ihrem Ökosystem. Das Fehlen einer Art kann dazu führen, dass andere Arten aus dem Gleichgewicht geraten und letztendlich das gesamte Ökosystem gefährden. Hinzu kommt, dass eine reiche Artenvielfalt im Meer eine stabile Nahrungskette gewährleistet, die wiederum die Lebensgrundlage von Fischern und vielen anderen sichert, die vom Meer abhängig sind. Interessant ist auch, dass viele der chemischen Verbindungen, die im Meer gefunden werden, medizinisches Potenzial haben. Wenn eine Art ausstirbt, verlieren wir eine der Möglichkeiten neue Medikamente zu entwickeln. Die Artenvielfalt im Meer spielt ebenso eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Klimas. Die Ozeane absorbieren Kohlenstoffdioxid, was dazu beiträgt, den Klimawandel abzumildern. Eine reduzierte Artenvielfalt im Meer kann jedoch dazu führen, dass die Kohlenstoffabsorption verringert wird, was wiederum den Klimawandel verstärkt. Die Artenvielfalt im Meer ist also von entscheidender Bedeutung für das Funktionieren der Ökosysteme, die uns mit Nahrung und vielen wichtigen Ressourcen versorgen. 

Die Entstehung der Artenvielfalt im Meer

Die Artenvielfalt im Meer ist das Ergebnis von Millionen von Jahren der Evolution. Im Laufe der Zeit haben sich Arten an die unterschiedlichsten Umweltbedingungen angepasst und sich in verschiedenen Regionen des Meeres entwickelt. Ein wichtiger Faktor, der zur Entstehung der Artenvielfalt im Meer beigetragen hat, ist die geografische Isolation. Durch geologische Ereignisse wie Kontinentalverschiebungen und die Entstehung von Ozeanen wurden Meeresbewohner voneinander getrennt. Dadurch konnten sie sich unabhängig voneinander weiterentwickeln und neue Arten hervorbringen. Zudem haben auch verschiedene Umweltbedingungen, wie beispielsweise Temperatur, Salzgehalt oder Lichtverhältnisse, dazu beigetragen, dass sich Arten in unterschiedlichen Regionen des Meeres anpassten und weiterentwickelten. Ein weiterer Faktor, der zur Entstehung der Artenvielfalt im Meer beigetragen hat, ist die Wechselwirkung zwischen Arten. Die Evolution von Beutetieren hat zur Entwicklung von Jägern geführt, was wiederum zu einer weiteren Diversifizierung von Arten nach sich gebracht hat. Auch die Entstehung von Symbiosen, bei denen verschiedene Arten voneinander profitieren, hat zur Entstehung neuer Arten beigetragen.

Was passiert, wenn zu viele Arten im Meer aussterben?

Wie viele Arten in unseren Meeren leben, weiß bis heute niemand genau. Schätzungen gehen von etwa ein bis zwei Millionen Arten aus. Wissenschaftlich entdeckt und benannt sind bislang jedoch nur rund 240.000. Ein großer Teil der marinen Artenvielfalt ist uns also noch völlig unbekannt. Umso wichtiger ist es, weiter zu forschen, statt Lebensräume zu zerstören. Was wir mit Sicherheit wissen: Biologische Artenvielfalt im Meer macht das marine Ökosystem leistungsfähig, was wiederum bedeutet, dass nur so das Meer in der Lage ist uns die Luft zum Atmen zu geben und uns mit Nahrung zu versorgen. Dass sich das Artengefüge verändert ist zwar natürlich und ein Vorgang, der auch ohne den Menschen stattfindet, jedoch beschleunigen wir dies vor allem mit der Industrialisierung, womit wir letztlich uns selbst schaden. Um auf die Frage zurückzukommen: Was passiert denn dann, wenn zu viele Arten im Meer aussterben? Die Wissenschaft weiß es (noch) nicht so genau. Was unnatürliche Veränderungen auslösen können, zeigen jedoch beispielsweise massive Quallenblüten; werden durch Überfischung wichtige Arten aus dem Nahrungsnetz entfernt, können sich plötzlich andere Organismen stark vermehren, mit Folgen, die vorher kaum abzusehen waren. Oder nehmen wir ein anderes Beispiel um die Thematik zu verdeutlichen: Ein Apfel im Supermarkt hat mit Artenvielfalt mehr zu tun, als man zunächst denkt. Damit aus einer Apfelblüte eine Frucht entsteht, muss sie bestäubt werden, unter anderem von Bienen und anderen Insekten. Verschwinden wichtige Bestäuber, kann das die Ernten beeinträchtigen. Was zunächst wie der Verlust irgendeiner Tierart aussieht, kann also irgendwann bei uns im Einkaufskorb ankommen.

Was wir vom Land kennen, gilt auch unter Wasser:
Verschwindet ein Teil eines Ökosystems, können die Folgen
eine ganze Kette weiterer Arten erreichen und
selbstverständlich auch uns Menschen.

Unbekannte Arten im Meer – was gibt es noch zu entdecken?

Trotz jahrzehntelanger Meeresforschung kennen wir bis heute nur einen Teil der biologischen Vielfalt unserer Ozeane. Vor allem in der Tiefsee warten vermutlich noch unzählige Arten darauf, überhaupt entdeckt und beschrieben zu werden. Und mit jeder neuen Entdeckung wächst auch unser Wissen darüber, wie komplex die Lebensgemeinschaften und ihre Beziehungen untereinander tatsächlich sind. Umso wichtiger ist es, Lebensräume nicht zu zerstören, bevor wir sie überhaupt verstanden haben. Denn wo wir noch nicht wissen, welche Arten existieren, welche Rolle sie in ihrem Ökosystem spielen und wie sie miteinander verbunden sind, können wir auch die Folgen unseres Eingreifens kaum abschätzen. Vielleicht liegt genau darin eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre: zu schützen, was wir kennen – und gleichzeitig herauszufinden, was wir noch nicht kennen.